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Aktuelles

09

Okt
2015

In Aktuelles

By Renato Rossi

Wir kämpfen für die Freiheit / Frei bleiben!

On 09, Okt 2015 | In Aktuelles | By Renato Rossi

Freiheit tönt immer gut. Aber was heisst das genau? (Wahlplakate FDP/SVP NR/SR-Wahlen)
Hat die FDP uns von einem wiederauferstandenen Gessler oder sonst einem Diktator befreit? Blocher kann es nicht gewesen sein, mit dem haben sie ja paktiert.

Ist es der Kampf gegen den Staat? Aber den haben sie ja selbst mitgestaltet und mit vielen Vorstössen für Reglemente und Gesetzte genährt.

Oder hat die Linke ein Kuckucksei in das Staatsnest gelegt, das den Staat am funktionieren hindert? Was aber wäre das für eine Demokratie, wenn nur der Wille einer einzelnen Partei zum tragen käme (FDP= Freisinnig- Demokratische Partei). Oder ist es das böse Ausland, das uns die Freiheit nehmen will (SVP)? Also diese “wir lassen uns doch nicht rein reden“- Freiheit ?

Oder geht’s am Ende um die unternehmerische Freiheit, um den Liberalismus (so eine Art Faustrecht, das Recht des Stärkeren)? Also den Kampf gegen die Linken, die mehr soziale Gerechtigkeit möchten und damit zum Beispiel die zum Teil grenzenlose Habgier der CEOs und Aktionäre begrenzen wollen. Das ist ihnen ja gelungen. Die Gehälter der CEOs sind jedenfalls auch dieses Jahr wieder gestiegen, unabhängig vom Geschäftsgang. Also der Kampf für die Freiheit Weniger, zu Lasten der Mehrheit.

Kant sagt „Niemand kann mich zwingen auf seine Art (wie er sich das Wohlsein anderer Menschen denkt) glücklich zu sein, sondern ein jeder darf seine Glückseligkeit auf dem Wege suchen, welcher ihm selbst gut dünkt, wenn er nur der Freiheit Anderer, einem ähnlichen Zwecke nachzustreben, die mit der Freiheit von jedermann nach einem möglichen allgemeinen Gesetze zusammen bestehen kann, (d.i. diesem Rechte des Andern) nicht Abbruch thut.“– Immanuel Kant: AA VIII, 290

Nehmen wir ein Beispiel aus dem Krankheitswesen: Die Krankenkassenprämien steigen von Jahr zu Jahr. Die Pharmaindustrie begründet ihre hohen Preise für Medikamente mit den hohen Ausgaben für Entwicklung und Forschung von neuen Medikamenten. In Wahrheit geben sie aber nur etwa 10% für Forschung aus, hingegen geben Sie ca. 40% für Marketing aus. Z.B. für die vielen Ärztebesucher von denen die Ärzte mehrmals wöchentlich belästigt werden und die grosszügigen Geschenke an die Ärzte. Neue Entwicklungen werden fast alle im staatlich subventionierten universitären Umfeld gemacht und dann für wenig Geld von den Pharmariesen gekauft. Für die Universitäten mag das viel Geld sein, für die Pharmaindustrie ist das ein Klacks. Medikamente bei denen der Patentschutz abläuft und damit durch Generika ersetzt werden könnten, werden leicht modifiziert und mit neuem Namen versehen. So verlängert sich der Patentschutz um weitere 20 Jahre. Die Wirkungsweise des Medikamentes hat sich aber nicht verändert. Die überteuerten Medikamente werden also zu einem erheblichen Teil von Steuergeldern finanziert (Forschung) und dann mit ständig steigenden Krankenkassen-Prämien von der Bürgerin und dem Bürger nochmals bezahlt. Die Pharmaindustrie macht damit enorme Gewinne.

Die Lobbisten der Pharmaindustrie sind wohl im Umkreis von FDP und SVP zu suchen. Ist das die Freiheit die sie meinen?